• pnp.de
  • am-sonntag.de




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...




Augsburg/Hamburg  |  17.07.2014  |  10:35 Uhr

Biersommelier gibt Tipps: Entdecken Sie die Vielfalt der Bierwelt

von Alexander Schurian

Empfehlen (0) Empfohlen Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 1 / 1
  • Pfeil
  • Pfeil




− Foto: Bayerischer Brauerbund e. V.

− Foto: Bayerischer Brauerbund e. V.

− Foto: Bayerischer Brauerbund e. V.


Darf es ein Helles sein? Oder ein Weizen? Biergenuss ist individuell. Aber mit etwas Anleitung können auch Laien in den verschiedensten Biersorten und -marken markante Geschmacksnuancen entdecken. Der bisherige und der neue Weltmeister der Biersommeliers geben Tipps.

Bier ist Kulturgut in Bayern. In vielen Orten genießt man noch das eigene, heimische Bier aus der lokalen Brauerei. Aber ebenso lohnt es sich, ab und an über den "Tellerrand" zu blicken und die Vielfalt der Bierwelt zu entdecken. Schon von der Brauerei im nächsten Landkreis schmeckt das Bier anders – und erst recht gilt dies für ausländische Biere. Vor allem der Biersommelier weiß das – er kennt sich mit den verschiedenen Sorten und Geschmacksrichtungen aus.

Sebastian Priller-Riegele war von 2011 bis 2013 Weltmeister der Biersommeliers – und führt seine Familienbrauerei Riegele in Augsburg bereits in der 28. Generation. Sebastian Priller-Riegele hat einige Tipps, wie man als Laie die verschiedenen Arten und Sorten von Bier unterscheiden kann. "Es beginnt vieles mit der Optik. Wie sind die Farbe und die Trübung? Wie sind die Schaumentwicklung, die Schaumstabilität, ist der Schaum feinporig und gleichmäßig?", erklärt Sebastian Priller- Riegele. Nach der Optik kommt der Geruch: die Reinheit und die Frage, ob er zum Bierstil passt oder ob er besondere Aromen aufweist. Zuletzt wird dann verkostet und die Frage nach dem Antrunk, also dem ersten Schluck, beantwortet. Entscheidend ist dann das Gesamturteil, das die Frage beantwortet: "Macht das Bier Lust auf einen zweiten Schluck?"

Bayerisches Bier ist weltbekannt – aber dennoch könnten die Bayern auch mal ein Real Ale aus Großbritannien probieren, meint Sebastian Priller-Riegele. Besonderheit bei diesem Bier sei, dass es unfiltriert per Handpumpe gezapft wird. Moderne Zapfanlagen mit Kohlenstoff oder Stickstoff und Kühlung kommen hier nicht zum Einsatz. Und während Bier üblicherweise mit einer Temperatur von vier bis sechs Grad Celsius getrunken wird, wird Real Ale mit einer Temperatur von zehn bis zwölf Grad serviert.

Generell gilt: Gut ist, was schmeckt. Dass nicht jeder dieselben Vorlieben hat, ist klar. Jedoch empfiehlt sich zum Beispiel je nach Anlass ein gewisser Bierstil. Und davon gibt es einige – weltweit mehr als 140. Der internationale Markenbestand wird auf 10 000 bis 15 000 geschätzt. Und die Unterschiede können riesig sein: Besitzt das schottische Bier "Dead Pony Club" mit nur 3,8 Volumenprozent Alkohol die Eigenschaft als idealer Durstlöschen für eine gemütliche Runde mit Freunden, dient ein sehr schweres und bitteres "Double Jack" aus Kalifornien eher zur Begleitung eines kräftigen, würzigen Essens, wie beispielsweise einer gegrillten Schweinshaxe.

Der amtierende Weltmeister der Biersommeliers der Doemens Academy, Oliver Wesseloh aus Hamburg, findet ein Double IPA, ein sehr stark gehopftes Ale, "ideal zum Sonnenuntergang". Eine Flasche sei auch komplett ausreichend – der Alkoholanteil liegt bei 9,5 Volumenprozent. Oliver Wesseloh fügt in perfekter Sommelier- Manier noch eine geschichtliche Anekdote hinzu: Zu Zeiten der britischen Kolonialbesetzung Indiens mussten die dortigen Truppen mit Bier versorgt werden. Damit das Bier in den Holzfässern die lange Seefahrt um das Horn von Afrika überstehen konnte, musste das Bier sehr stark gebraut werden. Zusätzlich stopfte man Hopfen in die Fässer, um den Geschmack zu erhalten und das Bier haltbarer zu machen. Das India Pale Ale (IPA) war geboren.

Ähnliche Anekdoten gibt es natürlich auch über hiesige Biersorten – so sollte das Starkbier früher in den Klöstern den Mangel an fester Nahrung während der Fastenzeit kompensieren. Denn es galt: "Flüssiges bricht Fasten nicht." Das "flüssige Brot", wie der kräftige Trunk von den Klosterbewohnern auch genannt wurde, hatte eine ausgesprochen sättigende Wirkung. Heute ist Bier mehr ein Genussals ein Nahrungsmittel. Und die We r t s c h ä t z u n g nimmt wieder zu: "Auf der einen Seite geht die Zahl der Brauereien zurück, auf der anderen Seite erleben wir eine Rückkehr zur echten Bierkultur. Es ist ein Traum zuzusehen, wie die Braumeister wieder an Einfluss gewinnen und man über den Charakter eines Bieres spricht. Die besten Biere werden bestehen, da bin ich mir sicher", sagt Sebastian Priller-Riegele. Darauf ein Prost!








Dokumenten Information
Copyright © RegioEvent.de 2014
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




EVENTS EINTRAGEN
Registrieren Sie sich kostenlos
und tragen Sie Ihr Event ein!
ANMELDEN
Sie möchten Ihre Veranstaltung als Premiumeintrag oder Top-Event präsentieren? Oder online eine Anzeige in der Passauer Neuen Presse mit ihren Lokalausgaben buchen? Kein Problem
- alle Infos finden Sie >> hier






EVENTS IN DER REGION
Klicken Sie in der Karte auf die Region Ihrer Wahl.
Wir zeigen Ihnen was Sie nicht verpassen dürfen!



FILME SUCHEN
WAS
 
SUCHEN NEU



TICKETS SUCHEN
 
WAS
WANN
bis
WO
 
SUCHEN NEU



PNP-Leserreisen
Suchen Sie nach einer Leserreise:
suchenPfeil
Alle Leserreisen anzeigen!